Das Prinzip

Photobiologische Modulation

Die biologische Wirkung von athermischem Licht auf den Körper wird heute als Photobio-Modulation (PBM) bezeichnet. Bis noch vor kurzem war dieser Begriff synonym mit Lasertherapie, der Anwendung niederenergetischen kohärenten Lichtes zu medizinischen Zwecken. Da kohärente LEDS aber ebenfalls zur Photobiomodulation geeignet sind, hat man die Bezeichnung für diese Therapieform angepasst und verwendet heute anstelle des Gerätetyps, der eingesetzt wird, den Mechanismus, der wirkt.


Auch tierische Zellen können Photosynthese

Nicht nur Pflanzenzellen können Licht absorbieren, auch menschliche und tierische Zellen sind dazu in der Lage. Die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, waren – bevor sie endyosymbiontisch Teil der tierischen Zelle wurden – autonom und ernährten sich durch die Energie des Lichts. Dieses können sie auch heute noch verwerten und an dieser grundelegenden Schnittstelle des Stoffwechsels setzt die PBM an. PBM ist mitochondriale Medizin par excellence.

Geschichte der PBM

Dass sich die Mitochondrien das Potenzial,  Licht zu absorbieren, bewahrt haben, entdeckte der ungarische Arzt Endré Mester 1967 per Zufall und sicher, ohne sofort die Tragweite dieser Entdeckung zu erkennen. Er wollte in einer Tierstudie (Mäuse) untersuchen, ob nicht auch schwache Laserstrahlen dem Körper schaden können. Das Gegenteil war der Fall: Läsionen heilten schneller, das Haarwachstum gedeihte und unerwünschte Nebenwirkungen blieben aus.
Die biologische Phototherapie war geboren.



Die Studien zur Wirkung und zu den Mechanismen dieser Therapiemethode wuchs zunächst langsam und erlebt seit circa 15 Jahren einen regelrechten Hype. Auf PubMed finden man heute an die 6000 Publikationen zur PBM und an die 600 randomisierte klinische Trials (RCTs). Die meisten dieser Studien wurden mit Lasergeräten durchgeführt, Studien mit LED-Systemen, der neuen Generation von PBM-Systemen, sind im Kommen.

Die Effekte

Wenn – wie bei der PBM – der Stoffwechsel an seiner Quelle, im Mitochondrium, gestärkt und reguliert wird, sind die Effekte in ihrer Übersetzung auf die makroskopische und klinisch evaluierbare Ebene so vielgestaltig und verzweigt wie der Stoffwechsel selbst.
Das Licht zielt auf die subzelluläre und zelluläre Ebene. Von hier aus läuft die primäre Stimulation in Down-Stream-Pfaden zu dem, was wir messen und beobachten können und was in der PBM üblicherweise in den klassischen 5 Wirkprinzipien zusammengefasst ist.


Der Mechanismus

Kohärentes Licht resoniert mit der mitochondrialen Atmungskette, beeinflusst die Polarität der Zellmembran, reguliert intra- und interzelluläre Signalmoleküle und hat eine Auswirkung auf die Viskosität des Cytosols: Viele der primären, intrazellulären Mechanismen der PBM sind heute sehr detailliert erforscht, sicher aber noch nicht in ihrem vollen Umfang bekannt.


Einsatzsspektrum

Das Therapieprinzip der PBM wird heute in sehr vielen medizinischen Fachbereichen der Human- und Veterinärmedizin und vermehrt auch für Wellness- und Beautyziele und den Leistungssport eingesetzt. Mehr dazu bei -> Anwendung

Literatur

PubMed


Keynote-Search: PBM oder Lasertherapy/LLLT/Photobiomodulation/Ledtherpay + topic
Bei über 6000 Publikationen und fast 600 RCTs können Sie hier gezielt nach Ihren Fragestellungen suchen. 



Bücher


Wolfgang Bringmann
Low Level Laserthrapie – Grundlagen und Praxis moderner Photomedizin
2015 Füchtenbusch PE
ISBN 978-3-00-048516-9

Ein umfangreiches Sortiment an Anwendungsbüchern zur PBM finden Sie unter:
www. fuechtenbusch.eu

Links

WALT
 – World Association for Photobiomodulation

Der Welt-Verband der PBM-Forscher

www.waltza.co.za


COLLL/College for Light Medicine/PBM
Die Akademie für PBM-Anwendungen in den verschiedenen Fachbereichen
www.colll.org
(Kommunikation deutsch/englisch)

Fachliteratur (deutsch und englisch)
regelmäßige Trainings (fachbereichsspezifisch)
zertifizierte E-learning Tutorials
www.colll.org

LED/European LED Academy
Die Ausbildungs- und Forschungsakademie für LED-PBM-Anwendungen
www.ledacademy.fr
(Kommunikation englisch/französisch)

Regelmäßige Konferenzen (Frankreich)
Publikationen der Forschungsgruppe sind auf der Site gelistet und können angefordert werden
Schwerpunktthemen Ästhetische Medizin, Gynäkologie, Preconditioning (Leistungssport), Sportmedizin

NAM-Institut
Speziell für Zahnärzte, die mit PBM-Techniken arbeiten
www.nam-prinzip.de

Testlink
powered by webEdition CMS